Herkunft und Philosophie des Ashtanga Vinyasa Yoga

Herkunft

Ashtanga Vinyasa Yoga geht bis auf Shri T. Krishnamacharya zurück, einer der größten Yogameister seiner Zeit. Er hat dieses System ursprünglich entwickelt, um die umtriebigen und aktiven jungen Männer unter seinen Schülern zu besänftigen. Sein Schüler Sri K. Pattabhi Jois war der bedeutendste Yogalehrer des Ashtanga Vinyasa Yoga. Er lehrte später in seinem Ashtanga Yoga Research Institute in Mysore (Indien) und sorgte dafür, dass sich diese Yogaart über den gesamten Globus verteilte. Er starb am 18. Mai 2009 im Alter von 94 Jahren. Seit dem leitet sein Enkel Sharat Rangaswami das Institut.

Übungsart

Ashtanga Vinyasa Yoga ist kraftvoll und dynamisch. Die Asanas (Körperübungen) werden in festen Abfolgen (Serien) geübt, wobei Du Atmung und Bewegung in Einklang bringst. Das Besondere dieser Yogaform ist die Koordination von einer speziellen Atemtechnik (Ujjai), der Ausübung der Asanas mit der Aktivierung innerer Muskelverschlüsse (Bandhas) und die Ausrichtung des Blickes (Drishtis).

Mysore Style

Wir bieten in unserer Schule die traditionelle Übungsmethode an, die nach dem Ursprungsort des Ashtanga Vinyasa Yoga, der Stadt "Mysore" in Südindien benannt ist, den Mysore-Style. Im Mysore-Style übt jeder Schüler selbständig und der Lehrer kümmert sich individuell um jeden Einzelnen.

Die Serien

Die erste Serie – Yoga Chikitsa
Mit dieser Serie wird begonnen. Sie wird auch mit „Yoga Therapie“ übersetzt. Der Körper wird entschlackt, gestärkt. Kraft und Flexibilität werden aufgebaut, die Organe gereinigt und das Immunsystem stimuliert.
Die zweite Serie – Nadi Shodhana
Diese Serie wird begonnen, wenn ausreichende Fähigkeiten der ersten Serie erarbeitet wurden. Sie wird auch mit „Reinigung des Nervensystems“ übersetzt.
Die dritte Serie – Sthira Bhaga
Diese Serie besteht aus vier Teilen, A, B, C und D. Sthira steht für Standfestigkeit und Stärke und Bhaga für Glück und Würde.

Übersetzung und Philosophie

Ashtanga ist Sanskrit und bedeutet „achtgliedriger Pfad“. Dieses bezieht sich auf den klassischen achtgliedrigen Yogapfad, beschrieben in den „Yogasutren von Patanjali“ (entstanden zwischen 400 und 200 v.Chr.). Der achtgliedrige Pfad des Patanjali: 1. Yama - Verhaltensempfehlungen für dem Umgang mit unserer Umgebung 2. Niyama - Verhaltensempfehlungen für den Umgang mit uns selbst 3. Asana - Körperübungen 4. Pranayama - Atemübungen 5. Pratyahara - das Zurückziehen der Sinne 6. Dharana - Konzentration 7. Dhyana - Meditation 8. Samadhi - Einheitserfahrung oder Zustand vollkommenen Glücks Die Glieder sind als Einheit zu verstehen und entfalten sich gemeinsam nach und nach und nicht nacheinander. Das Ganze ist Teil des Raja-Yoga. Häufig wird es auch getrennt und die ersten 4 Glieder als Hatha-Yoga und die letzten vier als Raja-Yoga bezeichnet. Vinyasa bedeutet „atemsynchrone Bewegung“. Die Bewegungen werden im Einklang mit dem gleichmäßigen Rhythmus der Atmung ausgeführt. Yoga wird mit „Vereinigung“ oder „Integration“ übersetzt. Vereinigen mit der universellen Energie oder die Integration des Selbst in die universelle Energie. Etwas weniger esoterisch wird es beschrieben als die Vereinigung oder Integration von Körper, Geist und Seele.
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